Direkt zum Hauptbereich

Verkehrsveranstaltung vom 13.06.2018 Bericht

Mit dem Bus in Dachau unterwegs
CSU diskutiert über die Zukunft des Busverkehrs 

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zukunft Dachau“ lud die CSU zu einem Informations- und Diskussionsabend zum Thema Busverkehr in den Zieglerbräu ein.
Ortsvorsitzender Tobias Stephan wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass die Attraktivität des Angebots ein wichtiger Baustein bei der Bewältigung der Verkehrsprobleme sei.
Als Experten hatte der CSU-Ortsverband Reinhard Dippold eingeladen, seines Zeichens Abteilungsleiter Verkehr bei den Stadtwerken Dachau.

Dippold ging in seinem Vortrag auf die Geschichte sowie die Entwicklung des Busverkehrs in der Großen Kreisstadt ein. Begonnen habe man 1949 mit einem Bus und einer Linie, die vom Bahnhof über die Altstadt zur KZ-Gedenkstätte führte. Heute böten die Stadtwerke 11 Linien an, die Busflotte umfasse über 40 Busse in allen Größen.
Mit einem Blick in die Statistik zeigte er, wie sehr sich das Angebot in dieser Zeit verbessert hat. Wären um 1950 pro Jahr gerade mal 10.000 Fahrgäste auf 5.000 Linienkilometer transportiert worden, so seien es heute fast 350.000 Fahrgäste auf knapp 100.000 Linienkilometern. Auch die Abdeckung des Stadtgebietes mit den Bussen sei sehr attraktiv,
so Dippold. Es gebe seit der Anbindung von Himmelreich fast keine Gebiete mehr, wo die nächstgelegene Bushaltestelle mehr als 300 Meter entfernt ist. Auch die Qualität der Haltestellen lägen den Stadtwerken sehr am Herzen. Von den 126 Haltestellen seien bereits 103 behindertengerecht ausgebaut und an 65 befinde sich ein Wartehäuschen.
„Diese Quoten sind bayernweit spitze“, sagte Dippold nicht ohne Stolz.
Großes Augenmerk lege man derzeit auf das Thema „Busbeschleunigung“. Die Ausschreibung für das System sei bereits abgeschlossen, so dass mit Inbetriebnahme noch in diesem Jahr zu rechnen sei. Im Rahmen dieser Maßnahme würden alle relevanten Ampelanlagen sowie die gesamte Busflotte mit dem System ausgerüstet. Dippold machte aber auch deutlich, dass sich vor allem in den Hauptverkehrszeiten signifikante Verbesserungen erst ergeben würden, wenn der Durchgangsverkehr auf den Hauptstraßen um Dachau herumgeführt würde.
Abschließend wies er auf die Bemühungen der Stadtwerke zum Nahverkehrsplan hin. Dieser sei ein "unerlässliches Instrument" für die Gestaltung des allgemeinen öffentlichen 
Personennahverkehrs. Er beinhalte die für den allgemeinen öffentlichen Personennahverkehr  formulierten Zielvorstellungen und stelle die dazu vereinbarten Lösungskonzepte dar. 
Derzeit stünden Anträge und Ideen im Raum, die das Angebot nochmal massiv verbessern würden. Die gefahrenen Linienkilometer würden sich so bis 2021 auf 200.000 Linienkilometer verdoppeln, auch die Busflotte müsste deutlich aufgestockt werden. Die Entscheidung läge hier aber final im Feld der Politik, also im Stadtrat.
Fraktionsvorsitzender Florian Schiller und der Sprecher im Umwelt- und Verkehrsausschuss Peter Strauch zeigten im Anschluss an Dippolds Vortrag die Leitlinien der CSU-Verkehrspolitik auf.
Hauptziele seien die Entlastung der Dachauer Bevölkerung von Verkehrsemissionen bei gleichzeitiger Sicherstellung des Zugangs zur Mobilität. 
Beim Busverkehr seien die Forderung der CSU eindeutig: In der Normalverkehrszeit müsse ein 10-Minuten-Takt (5:30 Uhr bis 20:30 Uhr) und in der Schwachverkehrszeit ein 20 Minuten-Takt (20:30 Uhr bis 24 Uhr) her. Zudem müsse die Taktfrequenz auf allen Linien erhöht werden, so Schiller und Strauch.
Weitere wichtige und zentrale Verkehrsprojekte aus CSU-Sicht seien u.a. die Realisierung der Nord- Ostumgehung, ein Parkhaus am Bahnhof mit „abgeschirmter Zufahrt“ für 600 Fahrzeuge, der offensive Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge, der Bau einer Mobilitätsstation am Stadtbahnhof“, Ø„Laufbänder“ in der Altstadt, der Ausbau von Car-Sharing-Angeboten in Dachau  sowie die ØEinführung eines Mietradsystems.


In der anschließenden Diskussion wurde eifrig und intensiv über die angesprochenen Themen diskutiert, insbesondere auch zu Themen wie Einführung von Elektrobussen, Situation am Busbahnhof und künftige Linienführungen. Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger konnten ihre Wünsche und Ideen einbringen und Florian Schiller versprach, diese in Fraktion und Ortsvorstand zu besprechen und in die weitere politische Diskussion einzubringen. 
Für den Herbst kündigte Peter Strauch eine weitere öffentliche Veranstaltung zum Thema "Zukunft des Individualverkehrs" an.

Berichterstattung: 
Tobias Stephan CSU - Ortsvorsitzender Dachau

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Bauausschuss kompakt

Der Bau- und Planungsausschuss hat gestern folgende Beschlüsse gefasst: Die CSU-Fraktion hat sich für eine möglichst breite Bürgerbeteiligung für die Planung des MD-Geländes ausgesprochen, die aber gleichzeitig zielorientiert ablaufen, also nicht ewig dauern soll. Wir haben dazu weitere Vorschläge unterbreitet, wer die Bürgerbeteiligung moderieren soll. Nun ist die Stadt am Zug, endlich auf`s Tempo zu drücken - die anwesende Planerin sagte jedenfalls "Wir sind so weit". Das gilt auch für die CSU-Fraktion: Wir brauchen jetzt keine Nebelkerzen und weiteren Gutachten mehr, sondern endlich die Mitsprache der Bürger und dann darauf basierend den Beginn des Bauleitplanverfahrens. Frau Trojan als Vertreterin des Planungsbüros erläuterte den Planungsstand. Die im Vergleich zum Wettbewerbsentwurf gestiegenen Gebäudehöhen wurden an der Bahnrandstraße mit dem erforderlichen Schallschutz, dahinter damit begründet, dass gener...

Eine gute Idee der CSU setzt sich durch - 100 zusätzliche Sozialwohnungen bis 2017!

Die CSU-Fraktion hatte angesichts der bereits jetzt übervollen Wartelisten, aber auch wegen der Ayslbewerbersituation (40-50 % werden auf Sicht bleiben) beantragt , bis 2017 50 zusätzliche Sozialwohnungen zu schaffen und der Stadtbau GmbH die dafür erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Der ursprünglich vorgelegte Haushaltsentwurf sah für diese evidente Herausforderung bislang keine Lösung vor. Umso besser, dass sich unserem Wunsch alle Fraktionen angeschlossen haben. Dabei wurde die gute Sache im Ergebnis noch besser, denn mittlerweile besteht Einigkeit, dass statt der 50 sogar 100 zusätzliche Wohnungen erreichtet werden. Dafür werden in 2016 und 2017 jeweils zusätzlich 600.000 € in den Haushalt eingestellt. Dr. Dominik Härtl Fraktionsvorsitzender