Direkt zum Hauptbereich

Hitzig und leidenschaftlich - die Stadtratssitzung im Newsflash

So leidenschaftlich wurde wohl schon lange nicht mehr im Stadtrat diskutiert wie heute zur Zukunft des MD-Geländes. Und das bei tropischen Temperaturen...

Der Stadtrat hatte zunächst die an die Bürgerbeteiligung gerichteten Fragen zu beantworten. Dabei fand das Bürgervotum umfassend Gewicht - im Einzelnen:
  • Im nördlichen Bereich soll eine maximale Gebäudehöhe von 10 Geschossen entstehen (entspricht der Höhe des Kraftwerks ohne Türme). Der Höhengewinn soll aber mit durch mehr Freifläche kompensiert werden.
  • Eine Erhöhung der Gebäude in bestimmten Baufeldern soll es nicht geben. Die Höhenentwicklung soll wie im Entwurf beibehalten werden.
  • Zwei Standorte für Kitas sollen vorgesehen werden, die gut erreichbar, einem Grünzug angeschlossen und einmal nördlich und einmal südlich der Ostenstraße sein sollen.
  • Das Jugendkulturzentrum behält seinen vorgesehenen Standort. Wünschenswert ist nach Auffassung unserer Fraktion eine Öffnung für Stadtteilkultur (was die Iniative JuKu im Konzept auch für möglich hält).
  • Weitere Gemeinbedarfsflächen (neben den Kitas) werden nicht vorgesehen, weil dies nur für einen konkreten Zweck möglich ist und es diesen nicht gibt. Der Demografiebericht hat ergeben, dass für eine weitere Grundschule zB kein Bedarf besteht.
  • Die Einzelhandelsflächen bleiben auf 10.000 qm beschränkt. Eine Sortimentsbeschränkung wird vorgesehen.
  • Im restlichen Gebiet wird großflächiger Einzelhandel ausgeschlossen, aber Nahversorgung ermöglicht.
  • Eine öffentliche Tiefgarage soll vorgesehen werden.

Kurios: Weder die Festlegung der Bahnrandbebauung als Kerngebiet (unser Vorschlag) noch als Gewerbegebiet fand eine Mehrheit. Mag an den Temperaturen gelegen haben. Diese Frage bleibt also offen...

Schade: Unsere Fraktion wollte auch über die weiteren Vorschläge der Bürger beschließen, um diesen am Donnerstag bei der Abschlussveranstaltung möglichst umfassend
Ergebnisse präsentieren zu können. Gegen unsere Stimmen fand leider ein Vertagungsantrag eine Mehrheit. Im nächsten Stadtrat geht das Thema MD also in die zweite Runde...

Dr. Dominik Härtl
Fraktionsvorsitzender

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Das Wort zum Sonntag - oder: Die politische Villa Kunterbunt

Wie schön, dass Pippi Langstrumpf ein Pferd hatte und deshalb nicht auf das Auto angewiesen war - über Umgehungsstraßen musste sie sich keine Gedanken machen. In Dachau geht es bei diesem Thema hingegen politisch kunterbunt zu: OB Hartmann beerdigt am einen Tag medial die Nord-Ost-Umgehung ( http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/dachau-nordost-umfahrung-vor-dem-aus-1.2029983 ) und buddelt am nächsten Tag mit 2/3 seiner Fraktion zumindest die Ostumgehung doch wieder aus dem Grab ( http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/dachau-weiter-auf-der-nordostumfahrung-1.2031760 ). Das Bündnis für Dachau wähnt sich in Taka-Tuka-Land ( http://dubistdachau.blogspot.de/2014/07/debatte-zur-nord-ost-und-ostumgehung.html ), verwischt vor lauter literarische Begeisterung aber Realität und Fiktion: Nicht "die CSU" will die Ostumgehung, sondern alle Fraktionen mit Ausnahme der Grünen und ihr selbst, begleitet von Prof. Heinritz (SPD). Nur, um der Legendenbildung vorzubeugen... Worum ge...

Das Wort zum Sonntag - oder: Plädoyer für eine bessere politische Kultur

Wir diskutieren in Dachau über einen aufwendigen und teuren Live-Stream aus den Stadtrats- und Ausschusssitzungen, um der Politikverdrossenheit zu begegnen. Vielleicht wäre es effektiver und günstiger, wenn alle Akteure, Politiker, Bürger, Verwaltung und Medien sich einfach einer besseren politischen Kultur verschreiben würden, egal auf welcher politischen Ebene: MEHR MUT Politik braucht mehr Mut zur Ehrlichkeit, zur Selbstkritik, zur Veränderungsbereitschaft, zur Kreativität. Wir sollten schauen, was möglich ist, nicht, was warum nicht geht. Einem Antragsteller, der selbst jahrelang auf den Rollstuhl angewiesen war, zu erklären, warum sein vorgeschlagener Behindertenparkplatz nicht funktioniert, ist hingegen bizarr. Wir müssen so ehrlich sein zu sagen, dass wir uns immer seltener teure Ideallösungen werden leisten können, wenn wir nicht irgendwann Lebensbereiche wie zB Kinderbetreuung und Kultur gegeneinander ausspielen wollen. Wir denken - selbstkritisch gesprochen - vielleic...

Umfahrungen - Verfahrensstand

Hier mal zur besseren Veranschaulichung die geplanten Trassen: Hauptunterschied zwischen der Nord- und der Osttrasse ist, dass zwar für beide Trassen das Raumordnungsverfahren durchgeführt ist, aber nur die Ostumfahrung so weit "weitergeplant" ist, dass nunmehr das Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden kann. Der Planungsstand im Norden ist also noch nicht so weit.